Das Kaplanhaus

Das Kaplanhaus

 

Die Wohnung des protestantischen Kaplans im Freilichtmuseum stammt vom Ort Landet bei Christianssæde auf Lolland und steht bereits seit der Eröffnung des Freilichtmuseums im Jahre 1927 hier im Museum. Vermutlich stammt die Wohnung des protestantischen Kaplans ursprünglich aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Sie war Teil des Pfarrhofes, der ein Dreiseitenhof war. Im Kaplanflügel des Hofes wohnte der Kaplan, den man auch 'Hilfspfarrer' nannte, denn der Pfarrer von Landet war auch für die Kirche in der Nachbargemeinde zuständig.

 

Bei der Umsetzung des Gebäudes musste das Museum eine größere Zahl von Rekonstruktionen vornehmen, denn das Gebäude wurde im Laufe der Zeit mehrmals verändert. Außerdem war es ursprünglich nur ein Teil eines Gebäudes gewesen. Um daraus das freistehende Gebäude zu machen, das man heute im Museum sieht, verwendete man Baumaterialien, die unter anderem vom Wohnhaus des Pfarrers stammten, sowie Fenster aus der museumseigenen Sammlung.
Dieses Haus wurde nicht mit offener Feuerstelle erbaut, die als Küche diente. Denn der unverheiratete Hilfsgeistliche aß beim Pfarrer und dessen Familie mit, die im Hauptgebäude wohnten. Ein Schornstein war zwar vorhanden, wurde jedoch ausschließlich als Abzug für den Kachelofen verwendet.

 

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Das Kaplanhaus vor der Umsetzung ins Freilichtmuseum

 

Eine Gruppe, die ihre Ursprünge im 'Museumsverein Museum Lolland-Falster' hat, arbeitet daran, das Haus wieder auf den Stand der 1720er Jahre zurückzuführen. Dies geschieht u.a. mit Hilfe der Einrichtung, durch die Anschaffung von Hausrat sowie dadurch, dass man in der Kleidung der Zeit auftritt und damit das Haus lebendig macht. Im Laufe der Saison "wohnen" die Pfarrerswitwe mit der Nichte oder mit Bediensteten im Haus. So wird vermittelt, wie das Leben in einer Wohnung eines protestantischen Kaplans anno 1720 ausgesehen hat. Hierbei können die Besucher auch Fragen zum Leben im 18. Jahrhundert stellen.

 

2009 bekam die Wohnung des protestantischen Kaplans ein neues Dach. Schenkungen von 'Lag-Lolland' und 'Varelotteriet' hatten dies ermöglicht.