Die Bockmühle von Fejø

Die Bockmühle

 

Die alte Bockmühle kommt ursprünglich von der Insel Fejø vor Lollands Nordküste. Ursprünglich besaß die Insel zwei Windmühlen, eine in Østerby und eine in Vesterby. Aber 1924 erwarb das Freilichtmuseum in Maribo die Mühle von Vesterby und versetzte sie ins Freilichtmuseum. Bei der Versetzung fehlte der Mühle jedoch ein Flügel, aber Alex Holch, dem damaligen Direktor des 'Lolland-Falsters Stiftsmuseum', das jetzt Museum Lolland-Falster heißt, gelang es, von einer anderen Windmühle auf Lolland, die abgerissen werden sollte, einen Ersatzflügel zu beschaffen.

Bevor das Freilichtmuseum die Mühle erwarb, was diese seit dem Jahre 1833, drei Generationen lang, in Familienbesitz gewesen. Die Mühle war bis 1921 in Betrieb.

Wie alt die Bockmühle von Fejø ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Aber im Jahre 1816 wurde sie erstmalig für die Brandversicherung geschätzt. Sie muss jedoch älteren Datums sein, denn bereits Ende des 18. Jahrhunderts begannen die großen, gemauerten Holländermühlen mit beweglichem Kopf, die Bockmühlen zu verdrängen. Der letzte Müller erzählte 1922, dass die Mühle mindestens 200 Jahre alt sei.

Vermutlich stammt die Mühle vom Ende des 17. Jahrhunderts, aber dafür gibt es bis jetzt keine konkreten Beweise. Im Zusammenhang mit der Gesamtrenovierung der Mühle von 2009 bis 2011 wurde der Versuch unternommen, das Holz dendrochronologisch zu untersuchen. Mit Hilfe dieser Untersuchung steht jetzt fest, dass die Mühle eine der beiden ältesten Bockmühlen in Dänemark ist und aus dem Jahre 1594 stammt.

 

Daten und Fakten zur Mühle

 

Moelle _tegning

Tegning af møllens indre

 

Die Mühle besteht aus dem Hausbaum oder Ständer (2), dem Kreuzwerk (1), der Flügelwelle, dem Steert, Sterz bzw. Ruderbalken (3) und Kreuzstützen, Kreuzstreben bzw. Standfinken * sowie den Kreuzschwellen und dem Sattel. Diese Mühlenteile waren ursprünglich aus Eichenholz, die Verkleidung und das Dach dagegen aus Kiefernholz. Bei der Renovierung wurden für das Dach und die Verkleidung jedoch Douglasie verwendet, die übrigen Bauteile wurden wie ursprünglich aus Eichenholz hergestellt.

Die Mühle besteht aus zwei Stockwerken, dem unteren Mehlboden (4) und dem oberen Steinboden (5). Auf dem Hammer bzw. Steinbalken ruht das schwere Mahlwerk. Ineinandergreifende senkrechte und waagrechte Zahnräder übertragen die Rotationskräfte der Flügelwelle auf die zwei Mühlsteine (6) des Mahlwerks, zwischen denen das Getreide vermahlen wird (siehe Zeichnung).